Mehrere Einsätze auf A96

Am späten Samstagnachmittag wurden wir zu einem Verkehrsunfall auf die A96 in Fahrtrichtung München alarmiert. Aufgrund der derzeitigen Baustellensituation entwickelte sich daraus ein rund vierstündiger Einsatz, in dessen Verlauf wir auf zwei weitere Zwischenfälle trafen.
Gegen 17:15 Uhr erfolgte die Alarmierung zu einem Verkehrsunfall im Baustellenbereich der A96. Aufgrund der dortigen Verkehrsführung und der eingeschränkten Zufahrtsmöglichkeiten wurden zusätzlich die Feuerwehren Windach und Landsberg alarmiert, um einen sicheren Zugang zur Einsatzstelle zu gewährleisten.
Auf Höhe Schöffelding war im zähfließenden Verkehr ein Pkw auf das Stauende aufgefahren. Mehrere Personen wurden bei dem Unfall leicht verletzt. Bereits auf der Anfahrt war absehbar, dass ein Erreichen der Einsatzstelle über die einzige für den Verkehr freigegebene Fahrspur nicht möglich sein würde. Wir fuhren daher über die gesperrte Fahrspur des Baustellenbereichs an.
Während wir von dort aus die Maßnahmen an der Unfallstelle durchführten, unterstützte uns die Feuerwehr Windach von der Gegenfahrbahn. Diese wurde im weiteren Verlauf durch unseren Verkehrssicherungsanhänger abgesichert. Die Feuerwehr Landsberg sperrte die A96 in Fahrtrichtung München ab der Anschlussstelle Landsberg-Ost vollständig.
Aufgrund des inzwischen erheblichen Rückstaus gestaltete sich auch die Anfahrt des Abschleppdienstes schwierig. Bis die verunfallten Fahrzeuge geborgen und die Fahrbahn wieder freigegeben werden konnte, mussten die Verkehrsteilnehmer im rund sechs Kilometer langen gesperrten Abschnitt knapp zwei Stunden warten.


Eine Bitte in eigener Sache
Während des Einsatzes mussten wir leider mehrfach feststellen, dass Verkehrsteilnehmer ihre Fahrzeuge verließen und bis zur Einsatzstelle nach vorne liefen, um das Geschehen zu beobachten. Nicht nur an der Außenleitplanke, sondern auch entlang der Begrenzung zwischen den Fahrspuren.
Wir möchten deshalb ausdrücklich darauf hinweisen: Bitte bleiben Sie bei einer Autobahnsperrung in Ihrem Fahrzeug, sofern Sie von den Einsatzkräften nicht zu etwas anderem aufgefordert werden.
Gerade in einem Baustellenbereich ist ein solches Verhalten nicht nur hinderlich, sondern kann lebensgefährlich sein. An unserer Einsatzstelle bewegten sich Personen zu Fuß, während nur etwa zwei Meter entfernt der Verkehr auf der Gegenfahrbahn vorbeifuhr.
Uns ist sehr wohl bewusst, dass zwei Stunden Stillstand auf der Autobahn unangenehm und frustrierend sind. Die Sperrung erfolgt jedoch nicht länger als unbedingt notwendig. Umso weniger Verständnis haben wir dafür, wenn Einsatzkräfte nach Aufhebung der Sperrung beim Vorbeifahren noch beschimpft oder angepöbelt werden. Auch wir hätten unseren Samstagnachmittag gerne anders verbracht. Unsere Aufgabe ist es in diesem Moment jedoch, Verletzten zu helfen und dafür zu sorgen, dass alle Beteiligten möglichst sicher wieder nach Hause kommen.

An der Einsatzstelle wurden wir von der Feuerwehr Windach noch auf ein Spezi an ihrem Gerätehaus eingeladen, da dort aktuell ein Fest stattfand. Mit dem MZF fuhren wir dort noch vorbei und konnten uns kurz stärken, denn…
Damit war der Einsatz noch nicht beendet …
Auf der Rückfahrt fiel uns im Rückstau ein liegengebliebener Pkw im Einmündungsbereich der Baustelle auf. Das Fahrzeug behinderte den abfließenden Verkehr und sorgte dafür, dass sich der Rückstau nicht auflösen konnte.
Wir fuhren die Stelle mit unserem Mehrzweckfahrzeug an. Auf dem Weg dorthin unterstützten wir gleichzeitig ein Abschleppfahrzeug dabei, durch die Rettungsgasse zu gelangen, indem wir ihm mit Blaulicht und Martinshorn den Weg freimachten.
Glücklicherweise benötigte der liegengebliebene Pkw lediglich Starthilfe und war kurze Zeit später wieder fahrbereit. Nach rund 20 Minuten konnten wir auch diese Einsatzstelle verlassen.
Bei der weiteren Rückfahrt bemerkten wir innerhalb der Baustelle auf der Gegenfahrbahn ein Gespann aus Pkw und Wohnanhänger, das sehr langsam fuhr. Nach dem wenden beim Aufschließen an das Fahrzeug stellten wir eine starke Rauchentwicklung am Wohnanhänger fest.

Gemeinsam mit dem noch vor Ort befindlichen Abschleppdienst stoppten wir das Gespann, verhinderten eine weitere Brandentwicklung und sicherten die Gefahrenstelle mit unserem Mehrzweckfahrzeug ab.
Ursache war ein erheblicher Schaden an der Hinterachse des Wohnanhängers. Ein Rad hatte vollständig blockiert und war während der Fahrt so stark über die Fahrbahn geschliffen, dass bereits etwa ein Drittel der Felge abgetragen war. Durch die dabei entstandene enorme Hitze war der Reifen bereits teilweise geschmolzen und verursachte die starke Rauchentwicklung. Der Fahrer hatte in seiner Verzweiflung versucht, dass Gespann noch aus dem Baustellenbereich zu bringen.
Der Wohnanhänger wurde durch den Abschleppdienst geborgen. Die hinzugezogene Polizei übernahm die weitere Aufnahme des Schadens.
Nach insgesamt rund vier Stunden konnten schließlich auch wir wieder ins Feuerwehrhaus einrücken.
Wir bedanken uns bei den beteiligten Feuerwehren, der Kreisbrandinspektion, dem bayerischen Rotenkreuz, der Verkehrspolizei und bei den Abschleppdiensten Kemény und Zienecker für die gewohnt gute Zusammenarbeit.